Netbooks, Tablets oder: welcher iPad passt zu mir?
Seit einigen Wochen sind auch in Deutschland
iPads zu haben. Jeder, der sich einem dieser "magischen" Geräte bereits einmal für ein paar Minuten nähern konnte, dürfte inzwischen seinem "Zauber" erlegen sein. Da es jedoch sechs verschiedene Ausführungen gibt, ist die Auswahl nicht so leicht. Worauf sollte man beim Kauf also achten?
Wie immer ist die Grundentscheidung natürlich zuerst zu treffen, ob man ein derartiges Gerät überhaupt kaufen möchte. Oder anders ausgedrückt: für wen gibt es das
iPad überhaupt? Wenn Sie bereits einen Desktoprechner (Mac oder PC) besitzen und ein "vollwertiges" Notebook im Grunde überdimensioniert wäre, ist ein Tablet oder Netbook möglicherweise eine sinnvolle Anschaffung.
Der Markt für Netbooks ist jedoch unübersichtlich, und ständig erscheinen neue Geräte. Viele von diesen Computerzwergen kranken daran, dass sie weder "richtiger PC", noch "richtiges Notebook" sind und daher kaum etwas zurfriedenstellend lösen können. Der iPad verspricht hingegen, neue Wege im digitalen Alltag zu beschreiten und eine eigene, mobile Gerätekategorie geschaffen zu haben, die die Lücke zwischen den anderen Geräten schließen soll. Wer also privat oder dienstlich auf digitale Daten und das Internet angewiesen ist, in überschaubarem Ausmaß Texte und Dokumente bearbeiten und lesen möchte, dürfte bei einem iPad richtig liegen. Haptisch einem Buch nachempfunden, erlaubt ein iPad das Stöbern und Blättern wie in einem Hochglanzmagazin, und auch elektronische Bücher können erstmals im Stile "richtiger" Bücher gelesen werden und müssen nicht länger unergonomisch "gescrollt" werden.
Sofern Sie also ein iPad kaufen möchten, sind ein paar weitere Grundsatzentscheidungen zu fällen. Die Preisspanne reicht von 499 bis 799 EUR, ein Bildungsrabatt für Schüler, Studenten und Lehrer wird vorerst nicht angeboten. Hinzu zu rechnen ist evtl. eine Garantieverlängerung (Apple Protection Plan), die mit 99 EUR zu Buche schlägt, und die für mobile Endgeräte grundsätzlich zu empfehlen ist, da diese i.d.R. höheren Belastungen ausgesetzt sind als stationäre Schreibtischrechner.
Die entscheidende Frage lautet schließlich, wie viel Internet dabei sein muss und ob Sie im allgemeinen Zugang zu einem WLAN (Funknetzwerk) haben oder auf einen UMTS-Zugang angewiesen sind. Wer in der Schule oder privat auf ein WLAN zurückgreifen kann, dürfte mit dem iPad WiFi ab 499 EUR zufrieden sein, wer hingegen viel außer Haus ist und keine anderen Internetzugänge (evtl. auch per iPhone) anzapfen kann, sollte jeweils 100 EUR mehr ausgeben, um einen iPad 3G mit Mini-SIM-Slot zu erwerben. Zu bedenken ist jedoch, dass zur Nutzung eines UMTS-Internetzugangs zusätzliche monatliche Kosten (etwa über Blau.de oder ALDI Talk) im Bereich von 4,90 bis ca. 20 EUR entstehen können. Sollte man nach dem Kauf feststellen, doch einen UMTS-Zugang für das iPad nutzen zu wollen, besteht die Möglichkeit, diesen über einen mobilen WLAN- oder sog. "
Mifi"-Router, wie den
Huawei E5 zusätzlich bereit zu stellen. Kostenpunkt des Huawei E5 momentan (etwa bei Cyberport): ca. 150 EUR, bei
eBay sogar noch darunter.
Ist also die Wahl der Gerätekategorie - iPad WiFi oder iPad 3G - getroffen, bleibt die abschließende Frage, wie viel Speicherkapazität Sie benötigen. Die "kleinsten" iPads verfügen über magere 16GB Flash-Speicher, d.h. also etwa so viel wie auf einem großen USB-Stick. Durch multimediale Dateien und sog. Apps, d.h. Programme, die für den iPad geladen werden können, sind 16 GB sehr schnell verbraucht. Allerdings kann man Daten und Apps an iPad, iPhone und iPod Touch jederzeit sehr schnell über iTunes am Schreibtischrechner installieren und deinstallieren und somit den iPad als flexibles, "digitales Beiboot" verwenden, auf dem wirklich nur das Platz findet, was man jeweils dabei haben will oder muss. Sinnvoll sind dennoch 32GB (599 EUR oder 699 EUR), maximal möglich sind momentan 64GB (699 oder 799 EUR).
Ein Hinweis zum Schluss sei noch gestattet: obwohl der iPad ein enger Verwandter des Mac ist und über ein ähnliches, UNIX-artiges Betriebssystem (momentan iOS 4) gesteuert wird, ist es doch eine andere Gerätekategorie. Programme, die Sie bereits für Mac oder PC erworben haben, können Sie am iPad nicht verwenden. Apps für iPhone sind hingegen i.d.R. kompatibel. Wer also lediglich eine Miniaturausgabe seines Schreibtischrechners sucht, sollte daher lieber über ein
MacBook ab ca. 800 EUR oder sogar ein Netbook im Bereich von ca. 300-400 EUR auf Windows- oder Linux-Basis nachdenken.